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Windows 98

Windows 98


Ein Betriebssystem für Personalcomputer von Microsoft

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Windows 98 war die im Jahr 1998 herausgegebene Version der Windows-Produktreihe von Microsoft; sie gehört zu der Windows 9x-Gruppe. Sie bietete im Vergleich zu ihren Vorgängern einen hohen Komfort und ihrer Zeit wurde sie bald das weltweit am häufigsten eingesetzte Betriebssystem.

Im J. 1999 wurde dann die zweite Ausgabe Windows 98 SE (Second Edition) veröffentlicht, die um weitere Möglichkeiten ausgebaut wurde, wie z.B. die verbesserte Unterstützung des schnellen seriellen Anschlusses USB oder Verwaltung eines Netzwerkss u.A. Laut einigen Meinungen hat sich Windows 98 erst durch diese 2. Ausgabe von seinem Vorgänger Windows 95, der ihm zumindest optisch bereits sehr ähnlich ist, als eine Folgeversion wirklich abgehoben.

Windows 98 war die bedeutendste der nicht-NT Windows-Versionen.

Kritik

Von nun an wurde auch der Internet-Browser Internet Explorer fest in Windows verankert, sodass Windows nicht mehr ohne ihn installiert werden kann. Damit eskallierte der bereits seit einiger Zeit laufende sog. Browserkrieg der Hersteller. Es entzündeten sich weitläufige Diskussionen, in deren Microsoft vorgeworfen wurde, durch diesen Schritt unter Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung die Konkurrenz auf dem Gebiet der Browser definitiv ausgeschaltet zu haben. Erst für spätere Windows-Versionen wurde er gerichtlich gezwungen, diesen Zustand zu entschärfen.

Langer Nachklang

Microsoft plante ursprünglich das Einstellen der Unterstützung für den 16. Januar 2004. Die Popularität des Systems und dementsprechende Verbreitung war allerdings so gross, dass man sich gezwungen sah, diese Frist bis 11. Juli 2006 zu verlängern. Obwohl dieser Termin dann eingehalten wurde, folgten trotzdem auch danach noch einige wenige Updates.

Gemäss einigen Quellen lag auch um das Jahr 2010 der weltweite Anteil von Windows 98 noch bei etwa 35%; dies vor allem dank breitem Einsatz gebrauchter Hardware in ärmeren Entwicklungsländern, die dort, nachdem sie in den weit entwickelten Teilen der Welt ausgedient hat, ihr zweites Leben erhielt.

Auch im Jahr 2015, trotz der bereits 9 Jahre zurückliegenden Einstellung der Unterstützung durch Microsoft, hat Windows 98 eine verhältnismässig breite beharrliche Anhängerschaft, die an deren Weiterverwendung festhält. Diese Anwender schätzen besonders den kleinen Ressourcenanspruch (z.B. Basisinstallation mit Minimalausstattung ab ca. 250 MB Festplattenkapazität, ein verhältnismässig geringer RAM-Bedarf ab 32 MB) bei immerhin gut brauchbar ausgebauten Fähigkeiten des Systems, besonders bei Einzelplatzanlagen, wo kein internes Netzwerk erforderlich ist (Windows 98 ist zwar netzwerkfähig, doch im Gegensatz zu NT primär für Einzelplatzeinsatz konzipiert).

Es wurde von den Anhängern auch nach der Einstellung der Microsoft-Unterstützung ein inoffizieller (lizenzkonformer) Service-Pack in verschiedenen Sprachversionen herausgegeben. Neben der Behebung einiger chronischer nicht vernachlässigbarer Fehler, um die sich Microsoft bis zum Schluss nur ungenügend bzw. gar nicht gekümmert hat, enthält er diverse Ergänzungen, die u.A. in der Lage sind, die erste Ausgabe von Windows 98 der Second Edition praktisch gleichwertig zu stellen. Ausserdem gibt es die bis 2011 gepflegte Open-Source-Applikation KernelEx, eine Art Schnittstelle zwischen nicht-NT-Windows und nur für NT-Windows vorgesehener Software. Somit ist auch diese in manchen Fällen unter Einsatz von KernelEx auf Windows 98 lauffähig (allerdings ohne Herstellergarantie). Windows 98 ist besonders für ältere Anlagen gut geeignet, die dem rasant steigenden Bedarf an Hardware-Kapazitäten bei neueren Windows-Versionen (etwa ab Windows-XP) nicht gewachsen sind.

Windows 98 ist auch bei späteren Windows-Versionen als virtuelle Simulation implementiert. Vor allem von den Anhängern der Computerspiele verlauten jedoch Bedenken über deren Vollwertigkeit; sie geben an, dass die meisten für Windows 98 konzipierten Spiele nur mit der ursprünglichen Version dieses Betriebssystems einwandfrei laufen, innerhalb dieser Simulationen gibt es Probleme damit.

Die oft angeführte mangelnde Sicherheit von Windows 98 wird heute - wie bei allen nicht-NT Windows-Versionen - weitgehend durch die Sicherheitsvorteile eines Minoritätssystems kompensiert; wegen verhältnismässig schwacher Verbreitung ist es für die Malware-Hersteller meist nicht lohnenswert, sich mit solchen Systemen zu befassen. Im Gegensatz zu NT-Versionen, die von Microsoft auch nicht mehr unterstützt werden und wo deswegen bereits ebenfalls etliche Sicherheits-Updates fehlen (im Jahr 2014 neben NT4 insbesondere Windows 2000 und Windows XP), die von der auf das NT-Kernel ausgerichteten Malware angreifbar sind, ist Windows 98 dank dem völlig unterschiedlichen Win386-Kernel-Aufbau dieser gegenüber resistent. Auf eine absolute Sicherheit kann man sich jedoch trotzdem nicht verlassen, ein geeigneter Schutz ist auch hier sehr empfohlen.
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